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Die über 30-jährige Geschichte des Zuchtbuches

von Horst Schwämmle 1999

 

Im Jahr 1968 hat der damalige LV-Vorsitzende Oberlandwirtschaftsrat Karl Maier die Zuchtbuchführung für Rassegeflügelzüchter nach noch heute gültigen Gesichtspunkten eingeführt und dem LV-Zuchtwart diese Aufgabe übertragen. In einem Sonderdruck des DKZ 8/68 wurde damals ein umfassender Artikel von ihm veröffentlicht. Ferner gab er ein Merkblatt ,,Zucht-Werbe-Aktion” heraus sowie eine Betreuungsordnung über Aufgaben der Zuchtwarte, Richtlinien und Weisungen für Züchter sowie die Bedingungen, Mitglied im Zuchtbuch Württemberg zu werden. Darin heißt es: ,,Der Landeszuchtwart, zugleich Obmann der Leistungsgruppe, ist verantwortlich für die Ausarbeitung der Arbeitsanweisungen und Betreuungsunterlagen. Er erteilt seine Weisungen an die Kreisverbandszuchtwarte und kontrolliert deren Arbeitsweise im Bereich des Landesverbandes. Ihm untersteht das gesamte Betreuungswerk. Er ist dem LV gegenüber für seine Tätigkeit verantwortlich.

 

Die Aufgaben der Betreuung sind:

 

  • Beseitigung und Verhütung von Fehlern in Haltungen und Zuchten
  • Aufbau, Beratung und Führung der Zuchten nach Grundsätzen des Zuchtbuchs
  • Bildung von Züchtergruppen in den Ortsvereinen, als 1. Mannschaft der Vereine. Vertretung der Züchterinteressen in der Vorstandschaft, Mitwirkung bei der fachlichen Gestaltung der Vereinsversammlungen, Schauen und sonstigen zuchtfördernden Maßnahmen.
  • Überführung zuverlässiger Zuchten in das Zuchtbuch Württemberg und Hohenzollern
  • Beratung des Vereins bei der Festlegung von wirtschaftlichen Rassen.

 

Diese seinerzeit aufgestellten Thesen haben heute noch uneingeschränkte Gültigkeit Ich selbst kann mich an die Worte Karl Maiers bei Versammlungen der Geflügel- und Vogelfreunde Stuttgart über Zuchtbuchführung noch sehr gut erinnern, aber auch an die Reaktion vieler Zuhörer Zugegeben, die Sache klang etwas kompliziert, was vielleicht ein Grund dafür war, dass diese Angelegenheit nicht richtig aus den Startlöchern kam. Obwohl optimale Rahmenbedingungen geschaffen waren, existierte das Zuchtbuch Württemberg eigentlich nur auf dem Papier Die LV-Zuchtwarte besuchten wohl Tagungen, hielten Schulungen ab und verteilten Legelisten an denkbare Züchter, aber Aufschreibungen gingen keine ein. Sicher betrieben viele Württemberger Zuchtbuchführung für sich allein, nur um der eigenen Zucht zu dienen.

 

Nach der Einarbeitungsphase als LV-Zuchtwart betrieb ich ab 1994 gezielt Werbung bei Fachtagungen und in der Fachpresse für aktive Betätigung, mit der Bitte, im Zuchtbuch Württemberg Aufschreibungen abzuliefern, denn wenn das in anderen Landesverbänden möglich war- kann Württemberg nicht außen vor bleiben. 1995 gingen dann Anmeldungen ein, von denen 1996 schon 40 Züchter ihre Lege- und Bewertungslisten und Taubenzuchtbücher zur Auswertung abgaben. In Württemberg wird das Zuchtbuch von den Kreiszuchtwarten mitgetragen, dieselben sind automatisch Mitglied im Zuchtbuch und haben die Verpflichtung, mit gutem Beispiel voranzugehen. Es wird kein extra Beitrag erhoben, sondern die anfallenden Unkosten übernimmt der Landesverband. Es ist mein Bestreben, den Züchtern Zuchtbuchführung so leicht und einfach wie möglich zu vermitteln, sodass mit geringem Mehraufwand kontrolliertes Züchten betrieben werden kann.

 

Mit der Erstellung der Broschüre ,,Gefiedertes Allerlei” 1997 aus überwiegend gesammelten Beiträgen von Zuchtwarten, sowie mit umfassendem Infomaterial konnte ich im vergangenen Jahr sämtliche Mitglieder versorgen. Jährliche Fachvorträge mit Interessanten Themen und kompetenten Referenten finden gute Resonanz und fallen auf fruchtbaren Boden. Es ist mein Bestreben, die Position des aktiven Geflügelliebhabers zu stärken, weil der Züchter die Grundlage unserer Organisation ist. Wer in heutiger Zeit Tiere hält und züchterische Verantwortung übernimmt, kann nicht über das notwendige Maß zur Kasse gebeten werden. Im Landesverband Württemberg und Hohenzollern wurde das erkannt, deshalb wird hier der Zuchtwart und die Mitglieder der Sparte Zuchtbuch unterstützt.

 

Sämtliche KV-Zuchtwarte sind im Besitz von Aufnahmekarten, die sie an Interessenten weiterreichen können. In Kreisverbänden, wo der Zuchtwart aktiv ist, funktioniert das prima. Wo der Zuchtwart nicht mit gutem Beispiel vorangeht, kommen auch keine Mitglieder, obwohl Potential vorhanden ist Nach einer gewissen Zeit wird die Mitgliederzahl korrigiert, denn wer noch nie eine Liste und Zuchtbücher abgegeben hat, muss wieder gestrichen werden. Für die Anfangsphase können wir in Württemberg mit dem Erreichten sehr zufrieden sein. Wir hoffen und wünschen, dass sich in Zukunft noch mehr Züchter zur Zuchtbuchführung entschließen und Verantwortung für unsere Rassegeflügelzucht übernehmen.